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Kita-Finanzierung vom Kopf auf die Füße stellen

Der Paritätische Gesamtverband fordert eine bundesweite Reform der Kita-Finanzierung (Pressemitteilung vom 12. Dezember 2017). Was bedeutet das für NRW?

Die Kindertageseinrichtungen in NRW sind seit Jahren strukturell unterfinanziert. Hintergrund der finanziellen Notlage der nordrhein-westfälischen Kitas ist das bisherige Finanzierungssystem. Die Lücke in der Refinanzierung der Kitas wird immer größer, da Personal- und Sachkosten schneller wachsen als die Pauschalen mit nur 1,5 Prozent pro Kind angepasst werden. Den NRW-Kitas fehlten zuletzt 1,5 Mrd. Euro. Viele Einrichtungen standen deshalb vor der Schließung.

„Wir begrüßen es, dass mit dem Rettungspaket der Landesregierung Finanzlücken kurzfristig geschlossen werden konnten“, sagt Christian Woltering, Landesgeschäftsführer des Paritätischen NRW. „Doch für viele Kitas bleibt die Finanzierung langfristig prekär. Denn die Probleme sind struktureller Natur.“ Um die Finanzierung der Kitas dauerhaft sicherzustellen, bedarf es solider und belastbarer Regelungen.

Nach dem Kita-Träger-Rettungspaket sollen stufenweise zusätzliche Landesmittel bereitgestellt und eine neue Finanzierungsstruktur gesetzlich entwickelt werden. „Die Kita-Finanzierung in NRW muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden“, so Woltering. „Es ist allerhöchste Zeit, sich betriebswirtschaftlich fundiert anzuschauen, welche Kosten die NRW-Kitas tatsächlich haben. Mit dem neuen Kita-Gesetz hat die Landesregierung die Chance, die seit Jahren bestehende Unterfinanzierung endlich zu lösen.“ Es sind vielfach Elterninitiativen oder Vereine, die die fehlenden Mittel aufwenden müssen. „Dies geht nicht länger gut, viele der NRW-Kitas können das nicht länger auffangen. Ein staatlicher Rechtsanspruch muss auch zur Gänze vom Staat getragen werden. Trägeranteile sind bei Rechtsansprüchen systemwidrig und gehören abgeschafft“, so Woltering.

Rund 14 Prozent aller Kitas in NRW werden von Elterninitiativen und anderen Trägern selbstorganisierter sozialer Arbeit getragen und gehören zum Paritätischen NRW. Insgesamt bieten die 1 500 Tageseinrichtungen unter dem Dach des Paritätischen Plätze für rund 70 000 Kinder in ganz Nordrhein-Westfalen.

 



 
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