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Waldorfkindergarten Lengerich e.V.

Niedermarker Damm 47
49525 Lengerich
Telefon: 05481/845137
Ansprechpartner/in: Valentina Jegorow (Leiterin)

Orientierung über den Waldorfkindergarten


Der Waldorfkindergarten möchte eine schützende Stätte sein für Kinder,
in der sie ihre Individualtität entfalten und zugleich ihre sozialen Fähigkeiten
in der altersgemischten Gemeinschaft entwickeln könne. Für die
erzieherische Arbeit der Waldorfkindergärtnerin bedeutet dies zunächst,
jedes Kind sehr genau zu beobachten, um ihm dann behutlsam Anregung
und Raum zu schaffen für das schöpferische Spiel, für das ergänzende
Miteinander und für das seiner Eigenart entsprechende Nachahmen.

Der gedankliche Bezugsrahmen der pädagogischen Arbeit liegt in der
(von Rudolf Steiner begründeten) menschenkundlichen Betrachtung
der kindlichen Entwicklung. Im ersten Jahrsiebt, d.h. in der Zeit bis
zum 7. Lebensjahr, lernen Kinder durch phantasiehaftes Mit- und Nachtun.
Spätere Lernformen werden so angelegt und vorbereitet. Überwiegend
sprachlich vermitteltes Lernen stellt - für Kinder in diesem Alter - zumeist
übergroße Forderungen an ihre gesamten Lebens- und Entwicklungskräfte.

Das konkrete Erziehungsgeschehen wird gestaltet durch das tätige Vorbild der
Kindergärtnerin. Ihre Handlungen, Verrichtungen, ihre Art und Weise, wie sie
z. B. ein Lied vorträgt oder einen Reigen ausführt, all dies wird durch das
Nachahmungsbedürfnis der Kinder unmittelbar aufgefaßt und in Tätigkeit
verwandelt; zugleich prägt es das Fühlen, Denken und Wollen der Kinder.
Wenig geeignete und daher im Waldorfkindergarten selten benutzte
Erziehungsmittel sind Appelle an das kindliche Einsehen und Verstehen
von Verhaltensregeln und Begrenzungen.

Wenn das natürlich Gestaltungsbedürfnis des Kindergartenkindes zur
Entfaltung gelangen soll, so kann das Spielmaterial des Waldorfkindergartens
nicht aus fertigen Spielzeugen bestehen, denn diese ãunterfordernä, beengen
und hemmen die kindlichen Fähigkeiten. Stattdessen finden die Kinder eine
Vielzahl natürlicher Materialien vor, wie Tücher, Wolle, Tannenzapfen, Steine,
Muscheln, Wurzeln, Äste u. a., mit denen sie im Spiel umgehen und die sie
phantasievoll beleben und verwandeln. Im Vergleich zu diesen freilassenden
Spiel- und Erlebensformen überfluten moderne Medien wir Fernsehen und
Tonkassetten die kindliche Vorstellungswelt.

Auch wird im Waldorfkindergarten versucht, möglichst naturbelassene und
im Einklang mit den biologischen Werdeprozessen gewonnene Produkte zu
verwenden. Aus dieser Haltung gewinnt man Anregungen für die Wahl des
Ausstattungsmaterials und der Nahrungsmittel; in dieser Denkrichtung
weiterschreitend kann man fragen nach wirklich kindgemäßer Bekleidung,
nach der Bedeutung und Behandlungsweise von Kinderkrankheiten u. a. m..

Der Jahreslauf in der Natur prägt auch das Kindergartenjahr. In dem großen
Rhythmus der Jahreszeiten bewegt sich der gleichmäßige Rhythmus jedes
einzelnen Kindergartentages, dessen Verlauf immer die gleichen Elemente
enthält. So erfahren die Kinder den wiederkehrenden Wechsel von munterem
Spiel und ruhender Besinnung, von aufnehmender Konzentration und
ausdrückender Gestaltung, dessen Urbild im Körperlichen sich vollzieht:
im Ein- und Ausatmen, im Wachen und Schlafen.

Die Erziehung im Waldorfkindergarten versteht sich als christlich; sie enthält
jedoch keine direkte religiöse Unterweisung und ist nicht konfessionell
gebunden. Einbezogen in die Gestaltung des Kindergartenjahres werden
diejenigen Aspekte unserer christlich-abendländischen Kultur, die Kindern
in Geschichten, Symbolen und Festen begreifbar sind.

Keineswegs findet in Waldorfeinrichtungen - wie manchmal behauptet -
eine ãErziehung zur Antroposophieä statt. Schon diese Verbindung beider
Begriffe stellt eine Unmöglichkeit dar, denn die Waldorfpädagogik versteht
sich als Konsequenz anthroposophischen Denkens und gründet in diesem -
und nicht umgekehrt. Kindern ist diese Gedankenwelt nicht zugänglich;
schon deshalb darf sie nicht an sie herangetragen werden.

Immer wieder wird von Eltern die sorgenvolle Frage gestellt, ob die
Erziehung im Waldorfkindergarten nicht ãlebensfremdä sei, ob die Kinder
nicht hinter ihren Alterskameraden zurückblieben u. ä.. Die Erfahrungen
zeigen ein anderes Bild: Die meisten Kinder, die nach Vollendung des
ersten Lebensjahrsiebts den Waldorfkindergarten verlassen, freuen sich
auf die Schule - gleichgültig, ob es eine Waldorf- oder eine Staatsschule
ist-, sie sind neugierig auf das, was es da zu lernen gibt und haben
Zutrauen zu ihren, in ruhiger Entwicklung gereiften Fähigkeiten.

Die meisten Eltern haben in ihrer Kindheit keinen Waldorfkindergarten
besucht. Ihre Entscheidung, das eigene Kind in eine solche pädagogische
Einrichtung zu geben, ist gewiß auch ein Schritt in ein neues und wenig
vertrautes Gebiet. Da die Zusammenarbeit von Elternhaus und Kindergarten
wichtig für das seelische Wohl der Kinder ist, finden regelmäßig Elternabende
statt, und die Eltern können sich auf vielfältige Weise am Kindergartenleben
beteiligen.

Öffnungszeit 7-14 Uhr
mit Übermittagbetreuung
25 Kinder werden betreut.

 



 
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